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Am 11. April 2001 startete diese SWISSAIR MD-11 auf der Piste 16 des Flughafen Zürich Kloten. Zusammen mit meiner Familie befand ich mich mit an Bord der HB-IWC "Schaffhausen", die uns unter der Flugnummer  SR106 nach Los Angeles brachte. Von dort aus hatten wir einen Anschlußflug nach Honolulu. 

Herr Robert Pichler war damals so freundlich und fotografierte diesen Start in meinem Auftrag und bereicherte damit meine private Flugzeugfotosammlung, vielen Dank noch einmal.

 

Nun - die SWISSAIR ist leider Geschichte, die kleine Schweiz hatte nicht das Passagieraufkommen für eine weltweit operierende Fluggesellschaft und bekam dafür die Quittung. Ein Umstand den man nicht nur in der Schweiz sehr bedauerte. Eine Nachfolgegesellschaft Namens SWISS International, in den Krallen des deutschen Kranichs versucht an alte Traditionen anzuknüpfen. Bis auf weiteres fliegen die roten Leitwerke mit dem Schweizer weißen Kreuz von Zürich in alle Teile Europas und einigen Zielen in der Welt. Dieses "SWISSAIR Center" befindet sich am Flughafen in Genf und erinnert mit dem alten Namenslogo an die vergangene Swissair.

 

Es war für deutsche Reisende, insbesondere Berliner ohne leistungsfähigen Flughafen mit weltweiter Anbindung nicht ungewöhnlich öfter mal nach Zürich zu fliegen. Aber in den meisten Fällen nicht um die Stadt Zürich oder die Schweiz zu besuchen, sondern um von dort aus weiter zu fliegen. Persönlich bedauerte ich das jedesmal, wenn ich im Transitbereich von Kloten auf einen Anschlußflug wartete oder auf dem Rückweg schon wieder in den SWISSAIR Flug nach Berlin Tegel einstieg. 

Das Berliner Flughafendesaster lokaler Politversager bewirkte die Abkehr einiger Fluggesellschaften vom bedeutungslosen Flughafen Brandenburg bei Berlin, der auch unter dem Namen Schönefel bekannt ist. Die kleine Fluggesellschaft SkyWork aus Bern zog im März 2013 von Schönefeld nach Berlin Tegel um und bietet ihre Streckenverbindung nun zwischen Berlin und Bern von einem Berliner Flughafen an. Die beste Gelegenheit einen echten Traum wahr werden zu lassen und mal für längere Zeit in die Schweiz zu reisen.

 

Nein - das sind nicht die Alpen, es sind die Anden in Südamerika. Aufgenommen während eines Fluges von Europa nach Santiago de Chile. Nach etwa 15 Stunden Flug hat man diesen Anblick beim Anflug auf Santiago. Berglandschaften sind schon beeindruckend - aber muss man deshalb um die halbe Welt fliegen, wenn unsere Alpen quasi vor der Haustür liegen um sie zu sehen? Nach einer ersten Reise in die Schweiz, in der ich mit meiner Frau "nur" einige Städte besuchte, stand nach einer Andenerfahrung in Südamerika fest, es geht endlich einmal in die Hochalpen der Schweiz. Nachdem ich eine erste sehr schöne Reise mit dem Auto unternahm, sollte eine zweite Anreise mit dem Flugzeug in Kombination mit der Schweizer Bahn erfolgen. Die Wahl fiel auf die Skyworkverbindung in die Bundeshauptstadt Bern, um dort mit meiner schweizer Familie Weihnachten zu verbringen. Dann ging es zu anderen Zielen weiter . . .

 

Der Anflug auf die schweizer Hauptstadt Bern läßt noch nichts von der grandiosen Landschaft der Schweiz erahnen. Das Umland von Bern ist leicht hügelig, aber nicht weit entfernt sind erste hohe Bergmassive erkennbar. Der 24. Dezember 2013, an dem dieses Foto entstand, war ein ungewöhnlich schneeloser Weihnachtstag für Bern und Umgebung. SkyWork Flug SX201 von TXL > BRN mit der Dornier Do-328 HB-AEY. Die einzige farb - und namenlose Maschine in der SkyWork Flotte, die z.Z. 5 Dornier-328 Maschinen einsetzt.

 

Die Altstadt von Bern im Überflug auf den Flughafen Bern Belp / BRN. Links ist das schweizer Bundeshaus zu erkennen. Hier herrscht ein anderes Demokratieverständnis als im übrigen Europa, in dem Schweizer Bürgern sehr viel mehr direkte Entscheidungsmöglichkeiten und Mitbestimmung gewährt werden, als in unserem zur Pseydodemokratie verkommenden Stimmzettelsystem modernder Parteien.

 

Nach Ankunft in Bern-Belp stellt man schnell fest, das hier nur wenig Flugbetrieb stattfindet. Der perfekt organisierte Bahnverkehr innerhalb der Schweiz und die Luftverkehrsanbindungen von Zürich und Genf machen es dem kleinen Flugplatz schwer mehr Flugbetrieb zu generieren. Das zeigt sich auch in den wenigen Skyworkverbindungen die nur mäßig ausgelastet sind. Landet man hier empfängt einem der angenehme Charme eines kleinen Vorortbahnhofs, ohne Stress und Gedränge gelangt man schnell durchs Terminal auf die Straße.

 

Diese Bombardier Dash-8 400Q HB-JGA ist der zur Zeit einzige Vertreter dieses Typs in der Schweizer SkyWork Flotte.

 

Ist man innerhalb der Schweiz unterwegs, benutzt man das vorzügliche Bahnnetz der Schweizer Bundesbahn SBB. Flugverbindungen gibt es zwar zwischen Basel, Genf und Zürich, lohnen sich aber zeitlich nicht wirklich. Eine Zugfahrt mit der SBB ist sehr angenehm und vor allem eins: pünktlich. Die Züge verkehren in der Regel alle 30 Minuten über ein zuverlässiges Umsteigesystem. Dieses Bahnnetz verbindet alle Landesteile miteinander. Eine Fahrt von Bern nach Lusanne zum Beispiel dauert etwas mehr als eine Stunde und von dort ist es nach Genf auch nicht mehr weit. Es ist als ob man S-Bahn fährt, nur sehr viel angenehmer und die Züge sind sauber. Das Foto zeigt eine Häuserreihe in der Avenue William-Fraisse am Genfer See / Lausanne.

 

Zwischen Visp und Brig  ist der Simplon Pass leicht zu erreichen und bietet im Sommer wie im Winter schöne Fotomotive. Im Kanton Wallis befinden sich die höchsten Bergerhebungen der Schweiz und der Alpen überhaupt. Die Luft hier ist immer herrlich frisch.

 

Im Winter ist die Szenerie natürlich eine ganz andere hier. Auf einer Zugfahrt von Zürich nach Sankt Moritz musste eine Strecke wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Sofort wurden den Reisenden im Zug alternative Verbindungen angeboten, die auch tatsächlich ohne weitere Umstände funktionierten. Schweizer Mitreisende sind meistens sehr nett und hilfsbereit, wenn man als Fremder die konkrete neue Situation nicht gleich umsetzen kann. Ihre rutinierte Erfahrung und Gelassenheit im Bahnverkehr sind schon bemerkenswert.

 

Sankt Moritz am St. Moritzsee liegt landschaftlich sehr schön gelegen im Kanton Engadin.

 

Vom Flugplatz Samedan, ganz in der Nähe von St. Moritz lassen sich Hubschrauberflüge buchen. 

HB-ZMU, ein Ecureuil AS-350 B3 der HELIBERNINA auf einem Kameraflug am Piz Nair in etwa 3000 Metern.

 

Weltweit berühmt ist die Schweiz auch für ihre Berg und Seilbahnen, deren Knowhow wohl unübertroffen sein dürfte. Und so wundert es einem nicht, wenn man an Bord der Tafelbergseilbahn in Kapstadt "Made in Switzerland" zu lesen bekommt.

 

Ortswechsel nach Zermatt. Das ehemalige kleine Bergdorf liegt in etwa 1600 Metern Höhe am Ende eines langen Tals. Die ersten Menschen, die dieses Tal bis in dieser Höhe betraten, müssen sehr beeindruckt gewesen sein. Denn von dort aus bietet sich ein Ehrfurcht erbietender Anblick auf einen gewaltigen Bergfelsen, der heute als Matterhorn bezeichnet wird.

 

Das erste Licht des Tages, gesehen von einer Hotelzimmerterrasse in Zermatt, im Hintergrund ein Lufthansa Jumbo in Richtung Frankfurt.

 

Als ein AS-350 der AIR ZERMATT die morgentliche Ruhe "störte", der vom Matterhorn herunter zukommen schien, las ich beim Frühstück einen Zeitungsartikel über die Air Zermatt. Diese Spezialfluggesellschaft für Bergrettungsflüge und Charter bietet bei freien Kapazitäten auch Bergrundflüge an. Ein Anruf bei Air Zermatt mit entsprechender Buchung war anschließend schnell getätigt.

 

Einige Zeit später sitze ich neben Herrn Beno Pollinger, einem sehr erfahrenen Helikopterpiloten der Air Zermatt. Wir nehmen uns genügend Zeit um nahezu allen Viertausendern um Zermatt einen kleinen Besuch abzustatten. Dieser Flug war einmalig und ist dem werten Leser dieser Zeilen nur wärmstens weiter zu empfehlen. Danke an Air Zermatt und Herrn Pollinger für seine interessanten Erleuterungen.

 

Dieser 4505 Meter hohe Berg wird als Weisshorn bezeichnet und steht dem Matterhorn in etwa gegenüber.

 

Blick vom Matterhorn ins Dorf Zermatt im Mattertal. Allerdings ist Zermatt kein Dorf im ursprüglichen Sinn mehr, Tourismus und Commerz haben hier längst das Zepter fest übernommen, von dörflicher Idylle keine Spur mehr. 

 

Das Nadelöhr im Gegenlicht, mit Durchblick auf das Matterhorn. Eine perfekte Standschwebe des Piloten machte dieses Foto möglich.

 

Erst bei Näherkommen erkannten wir auf dem schmalen Kamm genau vor uns eine kleine Gruppe von Bergsteigern.

 

  Ein reger Flugverkehr herrscht über den Alpen. Wer bei diesem Wetter die Alpen überfliegt, sollte es genießen.

 

Diesen Berg als das "Matterhörnchen" zu bezeichnen, wäre eine Respektlosigkeit der Natur gegenüber. Aus dieser Perspektive erscheint der Berg anders als gewohnt, Auge in Auge - so zu sagen. Fakt ist, auch dieser Viertausender wird eines Tages verschwunden sein . . .

 

 F-HETH, ein AS-350 B aus Frankreich im Anflug auf Saas-Fee.

 

Die Nachmittagssonne steht schon recht tief im Südwesten und beleuchtet das Matterhorn nur noch von der italienischen Seite aus.

 

 Eine Reise in die Hochalpen lohnt sich Sommer wie Winter, ob mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Luftfahrzeug ist Nebensache.