~~~~~~~~ ***Saint Barthélemy*** ~~~~~~~~~

Eine kleine Insel in französisch Westindien trägt diesen klangvollen Namen. Die kürzeste Anreise erfolgt über die Nachbarinsel St. Maarten, welche nur 27km entfernt liegt. Mit einem schnellen Boot dauert das keine halbe Stunde. Oder man benutzt die Fähre, denn Zeit ist genug.

 

Die meisten Besucher der Insel kommen mit dem Flugzeug und benötigen für diesen Sprung nur 12 Minuten, rechnet man die Anreise zum Flughafen und die Flughafenprozedur mit hinzu, dauert die Reise aber insgesamt länger als mit einem schnellen Boot. 

 

Der Hafen von Saint Barthélemy liegt in einer geschützten Bucht und heißt Gustavia. Die Insel wurde von Christoph Columbus nach seinem Bruder benannt, der mit ihm 1492 erstmals diese kleine Insel in der Südkaribik betrat. Später wurde sie von Franzosen besiedelt, heute leben etwa 8000 Menschen hier. Das Lebensgefühl hier ähnelt dem in Südfrankreich, die Welt da draußen - ist weit genug weg.

 

Auf diese Insel wurde ich erst vor wenigen Jahren aufmerksam, als regelmäßiger Besucher von St. Maarten aus. Mein erster Besuch war nur ein sechs stündiger kurzer Tagesausflug mit einem privaten Flugzeug. Dann folgten einige Wochenendausflüge, wobei meine Frau und ich die kleinen Fluggesellschaften WINAIR oder die St Barth Commuter nutzten. Aber mal ganz ehrlich, der Seeweg ist der schönste.

 

Sehr angenehm ist die Ankunft im Hafen von Saint Barthélemy, trotz gewissenhafter Einreisekontrolle durch französische Beamte. Da hier kein Massentourismus vorherrscht geht alles sehr schnell und individuell von statten. Die Gendarmen sind nett und viele sprechen deutsch.

 

Die Spuren in Gustavia sind wie überall auf den kleinen Antillen Europäisch geprägt, Französische und Holländische Ortbezeichnungen.

 

Die Anreise mit dem Flugzeug ist zu mehreren Zeiten am Tag möglich und wird u.a. von WINAIR angeboten. Die kleinen leistungsstarken PTL Maschinen vom Typ DHC6 Twinotter aus Kanada, haben sich wie überall auf der Welt bestens bewehrt. Hier der Anflug einer Twinotter auf die nur 650 Meter kurze RWY 28. Der Anflug über den Strand von St. Jean.

 

Ähnlich wie am Princess Juliana International Airport SXM, nur alles sehr viel kleiner, müssen die Flugzeuge flach über einen Sandstrand fliegen, bevor sie aufsetzen können. Es ist immer wieder Traumhaft hier an der Saint Jean Bucht zu sein. . . 

 

Die nur sehr kurzen Flüge sind nicht ganz billig. Den meisten Passagieren die hier fliegen ist der Preis definitiv egal und werden wahrscheinlich noch nicht einmal genau wissen was sie bezahlen. Dafür herrscht meistens freie Platzwahl in den DHC6 Twinotter auf der Strecke zwischen Maarten und Barth. Die Flüge nach Saba sind wesentlich besser ausgelastet, da es auch nur drei Flüge am Tag gibt.

 

Als Passagier in der Twinotter kann man den Flug noch im offenen Cockpit mit verfolgen, sollte man sich dafür interessieren. Besonders interessant ist der Landeanflug und die Spannung darauf, von welcher Seite der Insel die Bahn angeflogen wird.

 

Blick auf die Runway 10 im direkten Anflug, wobei kurz vor dem aufsetzen noch ein kleiner Berg überflogen werden muss. Das ganze kommt einer kurzen Achterbahnfahrt gleich und macht mir immer wieder Spaß. Alle Achtung den Piloten die hier regelmäßig anfliegen!

 

So sieht der interessierte Zuschauer die Anflüge, wenn er sich am Col de la Tourmente aufhält. Das Kreuz im Hintergrund steht seit 1901 und hat keine Zusammenhang mit dem Flughafen, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. 

 

Welcome in St. Barth! Die PJ-WIL hat meine Frau und mich nun schon oft sicher hier her transportiert. Dafür bekam diese Otter auch den passenden Spitznamen "Willy" von uns.

 

Vom kleinen Terminal aus gesehen, hat man diesen herrlichen Blick auf die Start und Landebahn sowie die dahinter liegende Bucht.

 

Am Flughafenzaun entlang zu schlendern ist nicht ganz ungefährlich. Jedoch nicht wegen der Flugzeuge, sondern wegen der nahen Strasse. Leider herrscht auch hier zu gewissen Zeiten das Zivilisationstrauma - Straßenverkehr. Obwohl das hier eigentlich gar nicht sein müsste, wird extrem gerast - "man ist in Frankreich".  Die kleine Insel misst nur 28 Quadratkilometer und hat trotzdem jedes Jahr einige Verkehrstote zu beklagen. Meistens junge Besucher aus Frankreich die auf Kleinrädern die scharfen Kurven der Insel unterschätzen.

 

Auch hier in dieser Straßenkurve steht man besser nicht zu lange, denn die Gefahr lauert von Autos, nicht von "abtauchenden" Flugzeugen.

 

Blickrichtung SBH Flughafentower. Hier der Start einer Cessna 208B Grand Caravan der St Barth Commuter. F-OSBH

 

Private Piper PA-23 im Anflug. Viele Besucher der Insel sind Prominente aus dem amerikanischen Showgeschäft. Und in der Tat sah ich hier schon bekannte Gesichter im Badehöschen, die man eigentlich nur von der Kinoleinwand kennt. Oder sie sitzen im Restaurant am Nebentisch und das auch manchmal ohne Sonnenbrille.

 

PJ-WIS ist für den Kenner schon von weitem gut erkennbar, da nur an dieser Maschine die Propellerblätter mit Streifen markiert sind.

 

Überall auf St. Barth sind markante Punkte mit sehr dekorativen Fliesentafeln versehen. Hier die schöne Aussicht "Grand Fond".

 

Start der PJ-WIS nach Sint Maartin. Der Flug dauert je nach Wetterlage und Kurs zwischen 10 und 15 Minuten. Die hier gezeigten Fotos entstanden in den Jahren 2006 bis 2016. Da sie die allgemein aktuelle Sicht vor Ort darstellen, verzichte ich auf eine genaue Datierung.

 

Es sei noch einmal erwähnt, das es hier keinen Massentourismus gibt und Individualität groß geschrieben wird.

 

Baie de Saint-Jean mit der Clubanlage Eden Rock.

 

 Dieser Anflug ist deutlich zu hoch geraten, die PJ-WIH setzt sicher, aber erst in der Bahnmitte auf. Die Bahn ist nur 640 Meter kurz.

 

St. Jean im Herzen der Insel liegt sehr zentral.

 

Diesen Leichtsinn beobachten wir seit Jahren und hat leider auch schon zu einem tödlichen Unfall geführt, als ein Mann vom Rad eines Flugzeugfahrwerks erschlagen wurde.

 

Achtung, Willy kommt . . .

 

DH2 der St-Bart Commuter, das fliegende Taxi wartet auf uns. Bis dann,

auf Wiedersehen in 

***Saint Barthélemy***

 

2016